GOT

Medizinischer Hintergrund

Ursprung und biologische Vorgänge

Die GOT ist in vielen Organen im ganzen Körper weit verbreitet und ist in Leber-, Herz- und Skelettmuskeln am aktivsten. Die GOT ist Teil des Metabolismus der Zellen und katalysiert die Übertragung von Aminogruppen von Aspartat auf 2-Oxoglutarat und daher die Bildung von Glutamat und Oxalacetat. Sowohl mitochondriale wie zytoplasmatische Formen der GOT kommen in allen Zellen vor. Die GOT tritt in das Blut über, wenn Zellen beschädigt werden. Im Plasma hat die GOT keine biologische Funktion. Ihre Aktivität in der Leber ist ungefähr 7.000 mal höher als im Serum.

Indikationen

Schäden der Leberzellen

  • Prüfung auf Leberschaden und -erkrankung
  • Erhellung einer vermuteten Diagnose von Lebererkrankung
  • Überwachung von Patienten mit Lebererkrankungen

Andere Indikationen:

  • Skelettmuskelschaden

Vorbereitung des Patienten

  • Eine anstrengende körperliche Betätigung und intramuskuläre Spritzen sollten vor dem Testen vermieden werden, da sie die GPT-Niveaus erhöhen könnten.

Bestimmung

Durch den Gebrauch von Reflotron GOT mit Reflotron Plus kann das Enzym in einer Primärversorgungsumgebung innerhalb von Minuten leicht festgestellt werden. Reflotron-Instrumente bieten bei der Benutzung von nicht verändertem Kapillar- oder Venenblut, Serum oder Plasma verlässliche Werte.

Ergebnisse

Referenzbereiche (Reflotron):
  Männer Frauen
25°C ≤ 18 U/l ≤ 15 U/l
30°C ≤ 26 U/l ≤ 21 U/l
37°C ≤ 40 U/l ≤ 33 U/l

Hinweise:

  • Bei Erwachsenen sind die GOT-Aktivitäten bei Männern bedeutend höher als bei Frauen.
  • Die GOT-Aktivität ist ungefähr bis zum Alter von 15 Jahren (bei Männern) und 20 Jahren (bei Frauen) etwas höher als jene der GPT. Die GOT-Aktivität tendiert dann dazu, bis zum Alter von ungefähr 60 Jahren niedriger als jene der GPT zu sein, wenn beide Werte mehr oder weniger die gleiche Höhe einnehmen.

Interpretation

Zustände mit erhöhten GOT-Werten

Leberschaden

  • Akute oder chronisch virale, bzw. alkoholische Hepatitis
  • Toxischer Leberschaden (durch Medikamente, Drogen)
  • Leberzirrhose
  • Fettleber
  • Leberkarzinom oder -metastasen
  • Verschlussikterus

Herzmuskelschaden

  • Myokardinfarkt
  • Myokarditis und Perikarditis

Erkrankung der Skelettmuskeln

  • Progressive Muskeldystrophie
  • Myositis
  • Schweres Skelettmuskeltrauma

Andere

  • Hypothyreose
  • Ansteckungskrankheiten: Malaria, Leptospirose

Zustände mit erniedrigten GOT-Werten

  • Hämodialyse
  • Pyridoxinmangel

Tipps & Empfehlungen

  • Unerwartet erhöhte GOT-Werte sollten durch wiederholtes Testen beurteilt werden.
  • Bei Individuen, die sich anstrengendem Körpertraining unterziehen, sollten nach einem Zeitraum der Enthaltung vom Körpertraining wiederholte Tests durchgeführt werden.
  • Unerklärliche GOT-Erhöhungen sollten durch Tests auf GPT-, GGT- und AP-Aktivität weiter untersucht werden.
  • Die Verhältnisse der GOT zur GPT sind bei alkoholisch bedingter Leberkrankheit am höchsten (20 Prozent der Patienten haben ein Verhältnis von >2), ungefähr 0,5 - 0,8 mit akuter und viraler Hepatitis, und > 1 bei schwerem, irreversiblem Leberzellenschaden.
  • Die GOT sollte nicht zur Diagnose von Herzmuskelschäden herangezogen werden. Das bevorzugte Biomerkmal zur Diagnose eines akuten Herzmuskelinfarkts ist kardiales Troponin T. Es kann leicht innerhalb von Minuten durch den TROPT sensitive Schnelltest von Roche Diagnostics und CARDIAC T Quantitative mit dem Herzleser festgestellt werden.