Kreatinin

Medizinischer Hintergrund

Ursprung und biologische Vorgänge

Kreatin, eine in den Muskeln gespeicherte Energiequelle, wird in der Leber, der Niere oder dem Pankreas produziert, oder durch Fleischprodukte aufgenommen. Kreatinin ist ein Metabolit des Muskelumsatzes: Es wird aus Kreatin oder Phosphokreatin umgesetzt und in das Blut freigesetzt. Kreatinin wird mit relativ konstanter Rate in einer Menge produziert, die von der Muskelmasse der jeweiligen Person abhängt. Es wird durch glomeruläre Filtration oder tubuläre Sekretion über die Nieren in den Urin ausgeschieden. Liegt das glomeruläre Filtratvolumen unter 50 Prozent, steigt der Kreatininspiegel im Blut.

Indikationen

Kreatinin wird bei einer Reihe von Konditionen bestimmt, wenn eine Einschätzung des glomerulären Filtratvolumens benötigt wird:

  • Überwachung akuter und chronischer Nierenkrankheiten, einschließlich Hämodialysetherapie
  • Therapiekontrolle mit potenziell nephrotoxischen Arzneimitteln
  • Stoffwechselstörungen, z.B. Diabetes mellitus
  • Volumendepletion, z.B. Diarrhö, Erbrechen
  • Hypertonie
  • Akute Erkrankung, z.B. postoperativ, Sepsis, Schock, Trauma, Hämodialysetherapie, Stoffwechselkrankheiten
  • Schwangerschaft
  • Krankheiten mit erhöhtem Proteinstoffwechsel, z.B. Plasmozytom

Vorbereitung des Patienten

  • Vermeidung von schwerer physischer Anstrengung 24 Stunden vor dem Test
  • Keine übermäßige Fleischaufnahme vor dem Test

Bestimmung

Kreatinin kann unmittelbar in der Arztpraxis mit dem Reflotron Plus unter Verwendung der Reflotron Kreatinin Parameter im kapillaren oder venösen Vollblut, Plasma oder Serum bestimmt werden.

Ergebnisse

Die vom Reflotron Kreatinin bestimmten Werte repräsentieren die Kreatininkonzentrationen im Serum, selbst wenn Vollblut oder Plasma verwendet wird.

Ergebnisse

Referenzbereiche (Reflotron):
Blut
Männer < 1.1 mg/dl (< 97.0 µmol/l)
Frauen < 0.9 mg/dl (< 80.0 µmol/l)

Hinweis:

Die Kreatininkonzentrationen im Blut werden in großem Umfang von der individuellen Muskelmasse beeinflusst. Außerdem variieren sie mit der Aufnahme von Fleisch und Protein, dem Alter und dem Geschlecht.

Interpretation

Konditionen bei erhöhtem Kreatinin im Serum

  • Krankheiten: akutes und chronisches Nierenversagen, z.B. als Folge einer diabetischen Nephropathie, Volumendepletion, Hypertonie, Obstruktion der Harnwege, Hyperthyreose, Rhabdomyolyse, Muskeltrauma, Muskeldystrophie, Akromegalie
  • Arzneimittel: einige Antibiotika (z.B. Gentamyzin, Methizillin, Trimethoprim), Indomethazin, Zimetidin, Zisplatin, Lidokain, einige Diuretika (Amiloride), Salizylate, Calcitriole
  • Schwangerschaft
  • Dehydration
  • Fleischreiche Ernährung

Konditionen bei niedrigem Kreatinin im Serum

  • Krankheiten: schwere Leberkrankheiten
  • Arzneimittel: Calcium-Dobesilat (toxische Konzentrationen)
  • Verminderte Muskelmasse
  • Alterung

Tipps & Empfehlungen

  • Bestimmen Sie zwei Kreatininwerte innerhalb von 24 Stunden, um zu prüfen, ob der Kreatininstoffwechsel konstant ist. Differenzen von mehr als 10 Prozent weisen darauf hin, dass kein Steady-State vorhanden ist.
  • Erhöhte Kreatininwerte: weitere Untersuchungen sind für die Beurteilung des Ausmaßes und die Ursache der Nierenschädigung erforderlich.
  • Kreatinin und Urea reflektieren nicht gleichwertig den Grad der renalen Dysfunktion oder Insuffizienz, deshalb wird empfohlen, beide Parameter gleichzeitig zu überprüfen.
  • Bestimmen Sie die Kreatinin-Clearance mit Hilfe des Reflotron, falls ein Verdacht auf Nephropathie besteht, die Kreatininwerte jedoch normal sind; Kreatininwerte bleiben oft unverändert, bis 25 - 50 Prozent der renalen Funktion verloren ist.