Kreatinkinase (CK)

Medizinischer Hintergrund

Ursprung und biologische Vorgänge

Das Enzym Kreatinkinase kommt vor allem im Muskel, Herz und Gehirn vor. Es existiert in drei Isoformen: CK-MM (Muskeltyp), CK-MB (Herztyp) und CK-BB (Gehirntyp). CK tritt bei Schädigungen oder Erkrankungen des Skelettmuskels aus den nekrotischen Muskelzellen ins Blut über. Erhöhte CK-Werte finden sich unter anderem bei Muskeldystrophie, Polymyositis und akutem Herzinfarkt (1).

Indikationen

  • Verdacht auf eine Skelettmuskelerkrankung, z. B. Polymyositis, Myasthenia gravis oder Muskeldystrophie (3).
  • Beurteilung des Verlaufs einer Skelettmuskelerkrankung.

Bestimmung mit Reflotron

In der Arztpraxis kann die Kreatinkinase mit Reflotron Plus oder Reflotron Sprint unter Verwendung des Parameters Reflotron CK im kapillaren oder venösen Vollblut, heparinisierten Plasma, heparinisierten Blut oder Serum bestimmt werden. Als Antikoagulans darf nur Heparin verwendet werden; andere Antikoagulanzien oder Zusatzstoffe dürfen nicht zugesetzt werden.

Toxische Konzentrationen von Ascorbinsäure, Dobesilat und Sulfamethoxazol können zu erniedrigten Messwerten der CK führen. Die Testergebnisse werden durch folgende Substanzen in den geprüften Konzentrationsbereichen nicht beeinflusst (als Bewertung gilt: Wiederfindung ± 10 % vom Ausgangswert): Hämatokritwerte bis 50 %, Hämolyse bis 600 mg Hb/dl (0,37 mmol Hb/l), Bilirubin-Konzentrationen bis 20 mg/dl (342 µmol/l), Lipämie sowie 25 weitere geprüfte Arzneiwirkstoffe. (4)

Ergebnisse

Normalwerte für Erwachsene:
  Männer Frauen
37 °C 24 - 195 U/l 24 - 170 U/l
30 °C 15 - 130 U/l 15 - 110 U/l
25 °C 10 - 80 U/l 10 - 70 U/l

Es liegt im Ermessen jeden Labors, zu überprüfen, ob die oben angeführten Referenzbereiche dem jeweiligen Patientenkollektiv entsprechen. Gegebenenfalls sollten eigene Referenzbereiche angegeben werden. Zur Diagnosestellung müssen die CK-Messergebnisse immer auch gemeinsam mit Anamnese, körperlicher Untersuchung und weiteren Untersuchungsergebnissen betrachtet werden.

Interpretation

Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Plasmakonzentration von CK

Ursachen für erhöhte CK-Werte

  • Akute Skelettmuskelerkrankungen (z. B. Polymyositis).
  • Chronische Skelettmuskelerkrankungen (z. B. Muskeldystrophie, Myasthenia gravis).
  • Sekundäre Myopathie (z. B. Intoxikation, Krampfanfall).
  • Muskelprellungen, Muskelzerrungen, i. m. Injektion.
  • Akuter Myokardinfarkt.
  • Myokarditis, Endokarditis, Perikarditis.
  • Medikamente (z. B. Antiarrhythmika, Betarezeptorenblocker, Clofibrate, HMG-CoA-Reduktasehemmer, etc.).
  • Tumoren (z. B. Bronchial- oder Kolorektalkarzinom).
  • Hämatologische Erkrankungen (z. B. Myeloproliferatives Syndrom).
  • Neurologische Erkrankungen (z. B. Apoplex).
  • Alkoholkrankheit.

Tipps & Empfehlungen

  • Liegt die mit Reflotron gemessene CK-Aktivität oberhalb des Messbereichs von Reflotron CK (Displayanzeige: VERDUENNEN CK), so kann das Serum oder die Plasmaprobe mit Serum bzw. Plasma mit bekannter CK-Aktivität A0 im Verhältnis 1 + 1 verdünnt werden. Die wahre CK-Aktivität A kann aus der gefundenen CK-Aktivität Av nach folgender Formel berechnet werden: A = 2 Av - A0.